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Heute stand ein Bericht über den Radarkanal in den Grafschafter Nachrichten.
Nachzulesen unter: www.gnonline.de
Warnung vor Radarfallen per SMS
Nordhorner betreibt als Hobby Informationssystem für AutofahrerEndlich
Feierabend, schnell nach Hause. Da piepst das Handy. „Zwischen Esche
und Veldhausen wird geblitzt", steht auf dem Bildschirm des Telefons.
Glück gehabt, Fuß vom Gas.
Von Steffen Burkert -
Nordhorn. Andere Verkehrsteilnehmer vor Radarfallen warnen – das gehört
für viele Autofahrer zum guten Ton. Entdecken sie einen Blitzer am
Straßenrand, dann blenden sie kurz die Scheinwerfer auf, sobald ihnen
ein Wagen entgegen kommt. Umgekehrt hoffen sie natürlich, selbst auch
rechtzeitig über Geschwindigkeitsmessungen informiert zu werden.
In
der Grafschaft greifen immer mehr Autofahrer nicht mehr zur Lichthupe,
sondern zum Telefon, wenn sie eine Kontrolle entdeckt haben. Per
Kurzmitteilung informieren sie Freunde und Bekannte über den Standort
der Radarfalle. Das Problem: Um die gesamte Clique zu warnen, müssen
nicht selten 15 oder 20 SMS verschickt werden. Das ist aufwändig und
teuer. Abhilfe weiß der Nordhorner Holger Janning. Er hat im Internet
den „Radarclub" gegründet.
Das Prinzip ist einfach: Wer einen
Blitzer auf Grafschafter Straßen entdeckt, sendet eine einzige
Nachricht an eine zentrale Mobilfunknummer. Von dort wird die
Information automatisch an alle Clubmitglieder weitergeleitet.
Innerhalb von Sekunden und zudem noch äußerst preiswert sind sie
gewarnt.
Entwickelt hat Holger Janning dieses System bereits 1999.
Jahrelang warnten sich auf diesem Wege einige Freunde untereinander.
„Viel Werbung haben wir nie gemacht", erinnert sich der Nordhorner, der
im Telehaus arbeitet und sich entsprechend gut mit Technik auskennt.
Dann
aber stieg das Interesse. Janning verteilte Infoblätter mit der Adresse
http://radar.kicks-ass.net an Tankstellen und in Pizzerien, und
innerhalb von vier Monaten stieg die Zahl der Mitglieder von 30 auf
190. „Je mehr Leute mitmachen, desto zuverlässiger wird der Dienst",
freut sich der 30-Jährige über den Zuspruch. Doch der brachte auch
technische Probleme mit sich. Holger Janning musste das komplette
System, das bislang auf der Plattform eines Mobilfunkanbieters
basierte, auf eigene Technik umstellen. Seit Januar ist das neue
Angebot im Netz, seitdem haben sich schon wieder 70 Mitglieder
angemeldet.
Aber ist sein Angebot überhaupt legal? „Da war ich mir
anfangs auch nicht sicher", gibt Holger Janning zu. Er habe deshalb
eine Rechtsauskunft eingeholt, die ihm bescheinige, nichts
Rechtswidriges zu tun. „Das ist im Prinzip dasselbe, was Radiosender
auch machen", weiß der Tüftler.
Der „Radarclub" ist beschränkt auf
die Grafschaft Bentheim. Gewarnt wird vor Blitzern im gesamten
Kreisgebiet sowie auf den wichtigsten Zufahrtstraßen. Etwa zwei
Meldungen pro Tag erreichen die Mitglieder zurzeit. Die SMS geht an
jeden, der sich zuvor angemeldet und sein Gebührenkonto aufgeladen hat.
Wer eine Nachricht schickt, zahlt die übliche Gebühr seines Anbieters.
Der Empfang jeder Warnung kostet vier Cent. Damit deckt Holger Janning
seine Kosten. „Ich verdiene damit nichts, das ist reines Hobby und Spaß
an der Technik", versichert er.
Und dieses Hobby soll sich noch
weiter entwickeln. Der Computerfachmann hat seinen Dienst so ausgelegt,
dass künftig auch weitere Serviceleistungen möglich sind. So könnten
Mitglieder zum Beispiel per SMS aktuelle Fußballergebnisse, Wetterdaten
oder Lottozahlen abrufen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn jemand
eine Kurznachricht mit dem Stichwort „Lotto" schickt, dann zieht der
zentrale Computer die benötigten Daten einfach aus dem Internet und
schickt sie per SMS an den Auftraggeber. „Natürlich machen große
Anbieter das längst", weiß Holger Janning. „Aber ich will die nackten
Informationen für wenig Geld anbieten", beschreibt er sein Ziel.
In
Planung hat Holger Janning auch eine Chat-Funktion – also die
Möglichkeit, dass Nutzer untereinander in Kontakt treten können. Das
würde es zum Beispiel ermöglichen, sich für eine rechtzeitig
eingegangene Radarwarnung zu bedanken. Schließlich zahlen sich die rund
zwölf Euro Kosten pro Jahr schon aus, wenn man dafür nur einmal nicht
geblitzt wird. Doch Holger Janning betont, es gehe ihm nicht nur darum,
„Knöllchen" zu vermeiden. Er zeigt sich überzeugt: „Letztlich sollen
die Radarfallen ja bewirken, dass die Leute langsamer fahren. Und genau
das erreichen wir auch mit unseren Warnungen."
Quelle: www.gnonline.de
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